Praxis

Bilder für Website: Fotos, Bildrechte und Formate

Bilder für die Website richtig wählen: eigene Fotos, Stockfotos oder Fotograf, Bildrechte in der Schweiz, WebP, Alt-Texte und Tipps für die Bildersuche.

sitebuddy.ch
· 9 Min. Lesezeit

Gute Bilder für die Website zeigen echte Menschen, echte Arbeit und echte Räume, sind rechtlich sauber lizenziert und technisch so aufbereitet, dass sie schnell laden. In der Schweiz ist jedes Foto urheberrechtlich geschützt, auch ein einfacher Schnappschuss, darum brauchst du für fremde Bilder immer eine Erlaubnis oder eine passende Lizenz. Technisch heisst das: moderne Formate wie WebP oder AVIF, sprechende Dateinamen und ein Alt-Text, der beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist.

In diesem Artikel gehen wir die wichtigsten Fragen Schritt für Schritt durch: Woher kommen deine Bilder, was gilt rechtlich, und wie bereitest du sie so auf, dass Besucherinnen, Besucher und Google etwas davon haben.

Warum sind Bilder für deine Website so wichtig?

Bilder sind oft das Erste, was jemand auf deiner Website wahrnimmt, noch bevor ein einziger Satz gelesen wird. Sie zeigen, wer hinter dem Betrieb steht, wie deine Werkstatt, dein Salon oder deine Praxis aussieht und welche Arbeit du ablieferst.

Aus unserer Erfahrung mit Kleinbetrieben wirken eigene, ehrliche Bilder fast immer vertrauenswürdiger als austauschbare Symbolfotos. Wer eine Malerin in Winterthur oder einen Coiffeur in Zürich sucht, möchte sehen, mit wem er es zu tun hat. Gleichzeitig sind Bilder meist die grössten Dateien auf einer Seite. Darum lohnt es sich, bei der Auswahl genauso sorgfältig zu sein wie bei der technischen Aufbereitung.

Eigene Fotos, Stockfotos oder Fotograf: Was passt zu dir?

Die beste Wahl hängt davon ab, was du zeigen willst: Für Team, Räume und Arbeiten sind eigene oder professionelle Fotos ideal, für allgemeine Stimmungsbilder können Stockfotos reichen. Viele Kleinbetriebe fahren mit einer Mischung gut.

BildquelleGut geeignet für
Eigene Fotos mit dem SmartphoneReferenzarbeiten, Alltag im Betrieb, laufende Projekte
Professioneller FotografTeamfotos, Porträts, Startseite, Räumlichkeiten
StockfotosHintergründe, Symbolbilder, Themen ohne eigenes Motiv

Eigene Fotos sind authentisch und jederzeit verfügbar. Achte auf gutes Tageslicht, einen ruhigen Hintergrund und darauf, dass das Motiv klar erkennbar ist. Für Vorher-nachher-Bilder oder fertige Projekte sind sie oft die beste Lösung.

Ein Fotograf lohnt sich nach unserer Einschätzung vor allem für die Bilder, die lange bleiben und viel gesehen werden: das Teamfoto, Porträts für die Über-uns-Seite oder das grosse Bild auf der Startseite. Kläre vorher schriftlich, wo und wie lange du die Bilder nutzen darfst.

Stockfotos sind praktisch, wenn du kein eigenes Motiv hast. Der Nachteil: Dieselben Bilder tauchen oft auch bei der Konkurrenz auf. Und jede Bilddatenbank hat eigene Lizenzbedingungen, die du lesen solltest, bevor du ein Bild verwendest.

Was gilt beim Urheberrecht für Bilder in der Schweiz?

Jedes Foto ist in der Schweiz urheberrechtlich geschützt, egal ob es von einem Profi oder von einem Laien stammt. Das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) erklärt, dass der Schutz automatisch mit der Entstehung beginnt, ohne Anmeldung und ohne Register.

Seit der Revision des Urheberrechtsgesetzes am 1. April 2020 sind auch Fotos ohne «individuellen Charakter» geschützt, also ganz gewöhnliche Produkt-, Ferien- oder Familienbilder. Laut IGE gilt dabei:

  • Fotos mit individuellem Charakter sind bis 70 Jahre nach dem Tod des Fotografen geschützt.
  • Fotos ohne individuellen Charakter sind ab ihrer Herstellung während 50 Jahren geschützt.
  • Wer fremde Fotos nutzen möchte, braucht grundsätzlich die Erlaubnis des Fotografen, solange der Schutz läuft.

Für deine Website heisst das ganz praktisch: Ein Bild, das du bei Google gefunden hast, darfst du nicht einfach herunterladen und auf deine Seite stellen. Das gilt auch für Fotos von Lieferanten, Herstellern oder anderen Websites, solange du keine Erlaubnis hast.

Worauf solltest du bei Lizenzen achten?

Eine Lizenz ist die Erlaubnis, ein Bild unter bestimmten Bedingungen zu nutzen. Prüfe vor jeder Verwendung diese Punkte:

  1. Nutzungsart: Ist die kommerzielle Nutzung erlaubt, also für eine Firmenwebsite?
  2. Medien: Gilt die Lizenz für Website, Social Media und Drucksachen oder nur für einen Teil davon?
  3. Dauer: Darfst du das Bild unbegrenzt nutzen oder nur für eine bestimmte Zeit?
  4. Namensnennung: Musst du den Fotografen oder die Quelle angeben?
  5. Bearbeitung: Darfst du das Bild zuschneiden, einfärben oder mit Text versehen?

Bei Creative-Commons-Lizenzen stehen diese Bedingungen im Kürzel, etwa ob eine Namensnennung nötig ist oder ob kommerzielle Nutzung ausgeschlossen ist. Wir empfehlen, für jedes Bild kurz festzuhalten, woher es stammt und unter welcher Lizenz du es nutzt. So kannst du bei einer Rückfrage schnell Auskunft geben.

Auch bei Aufträgen an einen Fotografen gilt: Die Rechte bleiben grundsätzlich beim Urheber. Was du nutzen darfst, regelt eure Vereinbarung. Halte sie deshalb schriftlich fest.

Dürfen Mitarbeitende einfach auf der Website erscheinen?

Nein, nicht ohne Weiteres: Wer auf einem Foto erkennbar ist, hat ein Recht am eigenen Bild. In der Schweiz ergibt sich dieses aus dem Persönlichkeitsschutz im Zivilgesetzbuch. Artikel 28 ZGB hält fest, dass eine Verletzung der Persönlichkeit widerrechtlich ist, wenn sie nicht durch Einwilligung, ein überwiegendes Interesse oder ein Gesetz gerechtfertigt ist.

Für Teamfotos auf deiner Website ist die Einwilligung der sauberste Weg. So gehst du vor:

  1. Frag jede Person vor dem Fotoshooting, ob sie auf der Website erscheinen möchte.
  2. Halte die Einwilligung schriftlich fest, mit Angabe, wo das Bild erscheint (Website, Social Media, Flyer).
  3. Vereinbare, was passiert, wenn jemand den Betrieb verlässt oder die Einwilligung zurückzieht.
  4. Entferne das Bild zeitnah, wenn eine Person das wünscht.

Das gilt übrigens auch für Kundinnen und Kunden, die auf Referenzbildern erkennbar sind. Bei Unsicherheit wählst du besser ein Bild, auf dem keine Personen zu erkennen sind, oder lässt dich von einer Fachperson rechtlich beraten.

Welche Bildformate und Bildgrössen eignen sich für Websites?

Für Fotos auf Websites sind WebP und AVIF heute die beste Wahl, mit JPEG als Rückfallebene. Das Entwicklerportal web.dev von Google schreibt, dass WebP und AVIF in der Regel besser komprimieren als die älteren Formate und von allen modernen Browsern unterstützt werden.

Ein kurzer Überblick über die gängigen Formate:

  • JPEG: Klassisches Fotoformat, überall unterstützt, aber ohne Transparenz.
  • PNG: Gut für Grafiken mit Transparenz, für Fotos meist unnötig gross.
  • WebP und AVIF: Moderne Formate mit guter Komprimierung, Transparenz und Animation.
  • SVG: Vektorformat für Logos und Icons, das in jeder Grösse scharf bleibt.

Wichtig ist neben dem Format auch die Grösse in Pixeln. Ein Foto direkt aus dem Smartphone ist oft viel grösser, als es auf der Website je angezeigt wird. Web.dev empfiehlt, Bilder in passenden Abmessungen auszuliefern und für verschiedene Bildschirme mehrere Versionen bereitzustellen. Moderne Websites erledigen das mit sogenannten responsiven Bildern automatisch.

Wie stark Bilder die Geschwindigkeit deiner Seite beeinflussen und was du sonst noch tun kannst, zeigen wir dir im Artikel Website-Ladezeit verbessern.

Wie schreibst du gute Alt-Texte?

Ein Alt-Text ist eine kurze Beschreibung im Code, die erklärt, was auf einem Bild zu sehen ist. Screenreader lesen ihn Menschen mit Sehbehinderung vor, und Google nutzt ihn, um den Inhalt eines Bildes zu verstehen.

Google bezeichnet den Alt-Text in seinen Richtlinien zur Bilder-SEO als das wichtigste Attribut, wenn es um zusätzliche Informationen zu einem Bild geht. So formulierst du ihn:

  1. Beschreibe konkret, was zu sehen ist, zum Beispiel «Schreiner schleift eine Eichentischplatte in der Werkstatt in Uster».
  2. Bleib kurz und sachlich, ein Satz reicht meistens.
  3. Verwende Suchbegriffe nur, wenn sie natürlich passen. Eine Aneinanderreihung von Keywords hilft niemandem.
  4. Lass «Bild von» oder «Foto von» weg, das ist ohnehin klar.
  5. Rein dekorative Bilder ohne Informationswert bekommen einen leeren Alt-Text, damit Screenreader sie überspringen.

Gute Alt-Texte sind ein wichtiger Baustein für eine zugängliche Website. Mehr dazu liest du in unserem Artikel über eine barrierefreie Website.

Warum sind sprechende Dateinamen wichtig?

Ein sprechender Dateiname beschreibt das Motiv in wenigen Wörtern und gibt Google einen zusätzlichen Hinweis auf den Bildinhalt. Google nennt dazu selbst ein Beispiel: Ein Name wie «my-new-black-kitten.jpg» ist besser als «IMG00023.JPG».

So benennst du deine Bilder:

  1. Beschreibe das Motiv in zwei bis fünf Wörtern.
  2. Verwende Kleinbuchstaben und trenne Wörter mit Bindestrichen.
  3. Ersetze Umlaute, also «ae», «oe» und «ue» statt «ä», «ö» und «ü», um Probleme in Adressen zu vermeiden.
  4. Vermeide allgemeine Namen wie «bild1.jpg» oder «foto.png».

Ein Beispiel: Aus «IMG_4821.jpg» wird «badezimmer-umbau-zuerich-oerlikon.jpg». Das dauert nur ein paar Sekunden pro Bild, macht deine Mediathek aber auch für dich selbst übersichtlicher.

Wie erscheinen deine Bilder für die Website in der Google Bildersuche?

Damit deine Bilder in der Google Bildersuche auftauchen können, müssen sie für Google auffindbar und verständlich sein. Die offiziellen Richtlinien von Google Search Central nennen dafür einige klare Punkte:

  1. Normale HTML-Bilder verwenden: Google findet Bilder im img-Element. Bilder, die nur per CSS als Hintergrund eingebunden sind, indexiert Google nicht.
  2. Unterstützte Formate nutzen: Google unterstützt unter anderem JPEG, PNG, WebP, SVG und AVIF. Die Dateiendung sollte zum Dateityp passen.
  3. Bilder in passenden Kontext stellen: Platziere Bilder nahe bei relevantem Text und auf Seiten, die zum Bildmotiv passen.
  4. Dateiname und Alt-Text pflegen: Beide helfen Google, das Motiv zu verstehen.
  5. Bilder-Sitemap einreichen: Damit kannst du Google Bilder melden, die sonst vielleicht nicht gefunden werden.

Für einen Schreinerbetrieb oder eine Gärtnerei kann die Bildersuche ein zusätzlicher Weg sein, auf dem Menschen auf die eigenen Arbeiten stossen. Eigene Fotos haben dabei nach unserer Einschätzung einen Vorteil, weil sie einzigartig sind und nicht auf hundert anderen Websites ebenfalls vorkommen.

Häufige Fragen

Darf ich Bilder aus der Google Bildersuche auf meiner Website verwenden?

Nur mit Erlaubnis des Urhebers oder einer passenden Lizenz. Laut IGE sind in der Schweiz alle Fotos geschützt, auch einfache Schnappschüsse. Dass ein Bild öffentlich im Internet zu finden ist, heisst nicht, dass du es frei nutzen darfst.

Sind Smartphone-Fotos gut genug für eine Website?

Für viele Zwecke ja, etwa für Referenzarbeiten oder Einblicke in den Arbeitsalltag. Achte auf gutes Licht, einen ruhigen Hintergrund und ein klares Motiv. Für Porträts und das grosse Startseitenbild lohnt sich aus unserer Erfahrung oft ein professionelles Shooting.

Welches Bildformat soll ich für meine Website verwenden?

Für Fotos sind WebP oder AVIF empfehlenswert, weil sie laut web.dev in der Regel besser komprimieren als JPEG und PNG. Logos und Icons speicherst du am besten als SVG. Viele moderne Websysteme wandeln hochgeladene Bilder automatisch um.

Brauche ich eine schriftliche Einwilligung für Teamfotos?

Das Recht am eigenen Bild ergibt sich aus dem Persönlichkeitsschutz in Artikel 28 ZGB, der eine Einwilligung als Rechtfertigung nennt. Eine schriftliche Einwilligung ist nicht zwingend vorgeschrieben, aber sie schafft Klarheit für beide Seiten und lässt sich später nachweisen.

Was gehört in einen Alt-Text?

Eine kurze, sachliche Beschreibung dessen, was auf dem Bild zu sehen ist. Er hilft Menschen mit Screenreader und gibt Google Informationen zum Bildinhalt. Dekorative Bilder ohne Inhalt bekommen einen leeren Alt-Text.

Fazit: Gute Bilder sind echt, erlaubt und schlank

Die besten Bilder für deine Website zeigen deinen Betrieb so, wie er wirklich ist. Nutze eigene Fotos oder ein professionelles Shooting für die wichtigsten Seiten und ergänze bei Bedarf mit sauber lizenzierten Stockfotos. Kläre die Bildrechte und bitte erkennbare Personen um ihre Einwilligung. Technisch sorgen moderne Formate, passende Grössen, sprechende Dateinamen und gute Alt-Texte dafür, dass deine Bilder schnell laden und gefunden werden.

Wenn du Unterstützung bei der Bildauswahl oder beim Aufbau deiner Website möchtest, sind wir von sitebuddy.ch gerne für dich da. Wir gestalten Websites für Kleinbetriebe in Zürich und der ganzen Schweiz und kümmern uns dabei auch um die technische Aufbereitung deiner Bilder. Vereinbare einfach ein kostenloses Erstgespräch.

Quellen

  1. Urheberrecht: Grundlegendes, Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum
  2. Fotografienschutz, Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum
  3. Schweizerisches Zivilgesetzbuch (ZGB), Art. 28, Fedlex
  4. Best Practices für die Suchmaschinenoptimierung für Bilder, Google Search Central
  5. Choose the right image format, web.dev

Weitere Artikel