Firmenname finden: Schritt für Schritt zum passenden Namen
Firmenname finden in der Schweiz: Kriterien, Ideen und Prüfung in Zefix, Swissreg und bei der Domain. So wählst du einen Namen, der lange zu dir passt.

Wer in der Schweiz einen Firmennamen finden will, sammelt zuerst Ideen, prüft dann die Favoriten im Zentralen Firmenindex Zefix, im Markenregister Swissreg, bei den Domains und per Suchmaschine. Zusätzlich gelten je nach Rechtsform Vorschriften aus dem Obligationenrecht: Eine GmbH braucht zum Beispiel zwingend den Zusatz «GmbH», ein Einzelunternehmen den Familiennamen. Ein guter Name ist leicht auszusprechen, passt zu deinem Angebot und ist an allen diesen Stellen noch frei.
In diesem Artikel zeigen wir dir, worauf du bei der Namenswahl achten solltest, wie du auf gute Ideen kommst und wie du deinen Favoriten Schritt für Schritt prüfst. Wir beschreiben die öffentlichen Quellen, die du selbst nutzen kannst. Eine Rechtsberatung ersetzt dieser Artikel nicht.
Was ist ein Firmenname und was ist eine Marke?
Der Firmenname, im Gesetz einfach «Firma» genannt, ist der Name, unter dem dein Unternehmen im Handelsregister eingetragen ist. Er bezeichnet also das Unternehmen selbst. Eine Marke ist laut dem Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum (IGE) dagegen ein geschütztes Kennzeichen, mit dem ein Unternehmen seine Waren oder Dienstleistungen von denen anderer Unternehmen unterscheidet.
Im Alltag verschwimmen die beiden Begriffe oft. Viele Kleinbetriebe treten mit ihrem Firmennamen auf, ohne je eine Marke anzumelden. Wichtig ist trotzdem, beide Welten zu kennen. Das IGE schreibt ausdrücklich, dass es auch zwischen Firmen und Marken zu Konflikten kommen kann. Wer also einen Namen wählt, sollte nicht nur das Handelsregister anschauen, sondern auch das Markenregister.
Welche Kriterien muss ein guter Firmenname erfüllen?
Ein guter Firmenname ist einprägsam, passt zu deinem Angebot und ist rechtlich wie online noch verfügbar. Die rechtliche Seite lässt sich prüfen, der Rest ist eine Frage des Gespürs. Aus unserer Erfahrung mit Kleinbetrieben im Raum Zürich haben sich folgende Fragen bewährt:
- Kann man ihn aussprechen? Wenn du den Namen am Telefon nennst, sollte niemand nachfragen müssen, wie er geschrieben wird.
- Ist er kurz genug? Ein kurzer Name passt besser auf Visitenkarten, Fahrzeuge und in eine Webadresse.
- Funktioniert er in der Region? In der Deutschschweiz kommen eingängige deutsche Namen oft gut an. Wenn du auch in der Romandie oder im Tessin tätig bist, lohnt sich ein Blick, wie der Name dort klingt.
- Lässt er Raum für Wachstum? Ein Name wie «Velo-Reparatur Oerlikon» ist sehr klar, wird aber eng, wenn du später E-Bikes verkaufst oder umziehst.
- Unterscheidet er sich von der Konkurrenz? Wenn drei Coiffeure in deinem Quartier ähnlich heissen, verwechselt die Kundschaft euch leicht.
Rein beschreibende Namen haben einen weiteren Haken: Laut IGE gibt es Zeichen, die nicht als Marke geschützt werden können. Je allgemeiner ein Name dein Angebot beschreibt, desto schwieriger wird es aus unserer Einschätzung, ihn später als Marke abzusichern. Ein Fantasieanteil im Namen kann deshalb sinnvoll sein.
Wie kommst du auf gute Ideen für deinen Firmennamen?
Gute Namen entstehen meistens durch viele Ideen und strenges Aussortieren, nicht durch den einen Geistesblitz. Nimm dir dafür bewusst Zeit und arbeite in Runden.
- Sammle Begriffe rund um dein Angebot. Schreibe auf, was du machst, für wen und wie es sich für deine Kundschaft anfühlen soll. Auch Werkzeuge, Materialien oder Gefühle gehören auf die Liste.
- Nutze deinen Ort oder deine Geschichte. Flurnamen, Strassen, ein Berg in der Nähe oder ein Familienname können eine gute Basis sein.
- Kombiniere und verändere. Setze zwei Begriffe zusammen, kürze Wörter ab oder probiere Wortspiele. So entstehen oft eigenständige Namen.
- Schaue in andere Sprachen. Ein Wort aus dem Italienischen, Rätoromanischen oder Lateinischen kann frisch wirken. Prüfe aber die Bedeutung genau.
- Mache eine Shortlist. Wähle drei bis fünf Favoriten aus, die dir auch nach ein paar Tagen noch gefallen.
- Teste mit echten Menschen. Nenne die Namen Bekannten oder Stammkundschaft nur mündlich und frage, wie sie ihn schreiben würden und was sie damit verbinden.
Hilfreich ist auch, die Namen laut auszusprechen, etwa in einem Satz wie «Guten Tag, Sie sind verbunden mit …». Was sich holprig anfühlt, fällt meistens raus.
Welche Regeln gelten für den Rechtsformzusatz nach OR?
Je nach Rechtsform schreibt das Obligationenrecht vor, was im Firmennamen stehen muss. Das KMU-Portal des Bundes fasst die Regeln so zusammen:
| Rechtsform | Was im Firmennamen gilt |
|---|---|
| Einzelunternehmen | Familienname ist zwingend, Zusätze sind erlaubt, solange sie kein Gesellschaftsverhältnis andeuten |
| Kollektiv- und Kommanditgesellschaft | Name frei wählbar, die Rechtsform muss in der Firma angegeben werden |
| GmbH | Name frei wählbar, Zusatz «GmbH» ist zwingend |
| Aktiengesellschaft | Name frei wählbar, bei Familiennamen ist der Zusatz «AG» zwingend |
Für ein Einzelunternehmen heisst das: Ein reiner Fantasiename reicht nicht, dein Familienname muss in der Firma stehen. Du kannst aber einen Zusatz ergänzen, zum Beispiel «Gartenbau Huber». Wenn du später eine GmbH gründest, bist du freier in der Wahl. Bei GmbH und AG lässt sich der Name nach der Gründung zwar ändern, laut KMU-Portal braucht das aber eine Statutenänderung, die öffentlich beurkundet und im Handelsregister eingetragen werden muss. Gründlich zu überlegen lohnt sich also.
Wie prüfst du deinen Firmennamen im Handelsregister mit Zefix?
Im Zentralen Firmenindex Zefix siehst du kostenlos, welche Firmen in der Schweiz bereits im Handelsregister eingetragen sind. Das IGE empfiehlt genau diese Abfrage als Teil der eigenen Recherche.
- Öffne zefix.ch und gib deinen Wunschnamen ins Suchfeld ein.
- Suche nicht nur nach der exakten Schreibweise, sondern auch nach Varianten, Kurzformen und ähnlich klingenden Namen.
- Schaue dir bei Treffern Sitz und Zweck an. So erkennst du, ob die Firma in deiner Branche oder Region tätig ist.
Wichtig zu wissen: Laut KMU-Portal prüft das Handelsregisteramt bei der Eintragung, ob bereits eine identische Firma eingetragen ist. Die Verwechslungsgefahr mit ähnlichen Namen prüft das Amt dagegen nicht. Diese kann aber die Inhaberin oder der Inhaber der älteren Firma vor Gericht durchsetzen. Ein Eintrag beim Handelsregister bedeutet also nicht automatisch, dass dein Name unproblematisch ist. Darum lohnt sich der Blick auf ähnliche Namen besonders.
Wie prüfst du Marken in Swissreg beim IGE?
In Swissreg findest du Schweizer Marken und internationale Marken, die in der Schweiz gelten. Das IGE nennt Swissreg ausdrücklich als kostenloses Werkzeug für die eigene Recherche.
- Suche in Swissreg nach deinem Wunschnamen und nach ähnlichen Schreibweisen.
- Achte auf die Waren- und Dienstleistungsklassen der Treffer. Eine gleichnamige Marke für ganz andere Produkte ist anders zu beurteilen als eine für deine Branche.
- Wenn du über die Schweiz hinaus tätig bist, verweist das IGE zusätzlich auf Madrid Monitor für internationale Marken und auf TMview für Marken in der EU und vielen weiteren Ländern.
Das IGE weist auch auf die Grenzen hin. Mit kostenlosen Websites lasse sich kaum umfassend nach ähnlichen Marken suchen, weshalb das Institut dafür eine professionelle Recherche empfiehlt. Als Beispiele für ähnliche Marken, bei denen ein Gericht einen Konflikt bestätigt hat, nennt es unter anderem «Blackberry» gegen «Blueberry». Bilder und Logos sind laut IGE online zudem schwer zu recherchieren. Wenn dir dein Name sehr wichtig ist oder du ihn als Marke anmelden willst, ist eine Fachperson aus unserer Sicht gut investiert.
Wie prüfst du, ob die passende Domain frei ist?
Auf nic.ch, der Website der .ch-Registry SWITCH, kannst du abfragen, ob eine .ch-Adresse noch verfügbar ist. Auch diese Abfrage nennt das IGE als Teil der eigenen Recherche.
- Prüfe die Domain mit genau deinem Wunschnamen, also zum Beispiel «gartenbau-huber.ch».
- Prüfe Varianten mit und ohne Bindestrich sowie mit Ortsnamen.
- Wenn die Wunschadresse vergeben ist, schaue nach, ob dort eine aktive Website mit ähnlichem Angebot läuft. Das wäre ein deutliches Warnsignal.
Für einen Kleinbetrieb mit Kundschaft in der Region ist .ch aus unserer Erfahrung fast immer die naheliegende Endung. Wie du eine Domain richtig registrierst, welche Endung passt und warum sie auf deine eigene Firma laufen sollte, erklären wir in unserem Artikel Domain registrieren in der Schweiz. Unser Tipp: Sobald du dich für einen Namen entschieden hast, sichere dir die Domain zeitnah, damit sie dir niemand wegschnappt.
Warum lohnt sich zusätzlich eine Google-Suche?
Eine einfache Suchmaschinen-Abfrage zeigt dir, ob dein Wunschname bereits von Betrieben genutzt wird, die nirgends eingetragen sind. Das IGE nennt die Suche über Suchmaschinen im Internet als ersten Punkt der eigenen Recherche.
- Suche nach dem Namen in Anführungszeichen, damit du genaue Treffer siehst.
- Ergänze die Suche mit deiner Branche und deinem Ort, zum Beispiel «Huber Gartenbau Zürich».
- Schaue in Google Maps nach, ob es in deiner Umgebung einen Betrieb mit ähnlichem Namen gibt.
- Prüfe auch die gängigen sozialen Netzwerke, ob der Name als Profil noch frei ist.
Diese Suche hat einen praktischen Nutzen über das Rechtliche hinaus. Wenn bereits ein bekannter Betrieb ähnlich heisst, wirst du online schwerer gefunden, und Anfragen landen vielleicht bei der falschen Firma.
Häufige Fragen
Muss ich meinen Firmennamen im Handelsregister eintragen?
Das hängt von der Rechtsform und deiner Situation ab. Laut KMU-Portal werden GmbH und AG nach dem Gründungsakt bei einer Notarin oder einem Notar im Handelsregister eingetragen. Einzelfirmen, Kollektiv- und Kommanditgesellschaften online über EasyGov gegründet und eingetragen werden. Ob und ab wann eine Eintragungspflicht besteht, klärst du am besten mit dem Handelsregisteramt deines Kantons.
Reicht es, wenn mein Name in Zefix nicht vorkommt?
Nein. Zefix zeigt nur eingetragene Firmen. Marken, ähnliche Namen und Betriebe ohne Eintrag siehst du dort nicht. Das IGE empfiehlt deshalb, zusätzlich in Swissreg, bei den Domains und über Suchmaschinen zu recherchieren.
Kann ich als Einzelunternehmen einen Fantasienamen verwenden?
Nicht als alleinigen Firmennamen. Laut KMU-Portal ist der Familienname bei Einzelfirmen zwingender Bestandteil. Ein Zusatz ist möglich, solange er kein Gesellschaftsverhältnis mit weiteren Personen andeutet.
Was ist, wenn ein ähnlicher Name schon existiert?
Das Handelsregisteramt prüft nur auf identische Firmen, nicht auf Verwechslungsgefahr. Der Inhaber einer älteren Firma kann ähnliche Namen aber vor Gericht angreifen. Wenn du einen ähnlichen Treffer findest, wähle besser einen deutlich anderen Namen oder lass die Lage von einer Fachperson einschätzen.
Muss ich meinen Firmennamen als Marke schützen?
Das ist eine Entscheidung, die du bewusst treffen solltest. Eine Marke schützt laut IGE Kennzeichen für bestimmte Waren oder Dienstleistungen. Ob sich das für dich lohnt, hängt davon ab, wie wichtig der Name für dein Geschäft ist. Das IGE bietet dazu Informationen und Kurse über seine IP Academy an.
Fazit: Firmenname finden mit System
Einen guten Firmennamen findest du am einfachsten in zwei Phasen: zuerst frei Ideen sammeln, dann die Favoriten streng prüfen. Achte auf den Rechtsformzusatz nach OR, suche in Zefix, Swissreg, bei nic.ch und per Google nach identischen und ähnlichen Namen und sichere dir die Domain, sobald du dich entschieden hast.
Wenn dein Name steht, folgt meistens der nächste Schritt: ein Auftritt, der zu ihm passt. Wir von sitebuddy.ch bauen Websites für Kleinbetriebe in Zürich und der ganzen Schweiz und helfen dir gerne dabei, deinen neuen Namen online sichtbar zu machen. Vereinbare einfach ein kostenloses Erstgespräch.
Quellen
- Anmeldung eines Unternehmens im Handelsregister, KMU-Portal
- Eigene Recherche, Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum
- Marken, Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum
- FAQ Marken, Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum
- Zefix, Zentraler Firmenindex
- Internet Domains, nic.ch (SWITCH)