Google Unternehmensprofil: Anleitung für KMU in der Schweiz
Google Unternehmensprofil erstellen, bestätigen und pflegen: Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Schweizer KMU, wie sie lokal besser gefunden werden.

Ein Google Unternehmensprofil ist dein kostenloser Eintrag bei Google, der in der Suche und auf Google Maps erscheint, sobald jemand nach deinem Betrieb oder nach einer Leistung in deiner Nähe sucht. Darin stehen Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Fotos und Bewertungen. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du dein Profil erstellst, bestätigst und so pflegst, dass es dir wirklich neue Kundschaft bringt.
Gerade für kleine Betriebe mit einem bis zehn Mitarbeitenden ist das Profil oft der wichtigste Auftritt im Internet. Ob Schreinerei in Winterthur, Café in Zürich, Physiotherapie in Baden oder Fahrschule in Uster: Wer «in meiner Nähe» sucht, sieht zuerst die Karte mit drei Einträgen. Genau dort willst du stehen.
Was ist ein Google Unternehmensprofil?
Früher hiess der Dienst «Google My Business». Heute nennt Google ihn «Google Unternehmensprofil» (englisch: Google Business Profile). Viele sagen trotzdem noch Google My Business oder einfach Google Maps Eintrag. Gemeint ist immer dasselbe: die Infobox zu deinem Betrieb, die rechts in der Google-Suche oder direkt in Google Maps auftaucht.
Das Profil ist kostenlos. Du verwaltest es mit einem Google-Konto direkt in der Google-Suche oder in Google Maps. Eine separate App brauchst du dafür nicht mehr.
Wichtig zu wissen: Oft existiert bereits ein Eintrag zu deinem Betrieb, auch wenn du ihn nie angelegt hast. Google erstellt solche Einträge aus öffentlichen Daten oder aufgrund von Hinweisen aus der Nutzerschaft. Solange du ihn nicht übernimmst, kann jeder Änderungen vorschlagen, und du hast keine Kontrolle über die Angaben.
Warum das Profil für Local SEO so wichtig ist
Local SEO bedeutet, bei Suchanfragen mit Ortsbezug gut sichtbar zu sein. Google stützt sich dabei laut eigener Hilfeseite vor allem auf drei Faktoren:
- Relevanz: Wie gut passt dein Profil zur Suchanfrage?
- Entfernung: Wie nah ist dein Standort an der suchenden Person oder am genannten Ort?
- Bekanntheit: Wie bekannt ist dein Betrieb, online und offline? Dazu zählen auch Anzahl und Qualität der Google Bewertungen.
Die Entfernung kannst du nicht beeinflussen. Relevanz und Bekanntheit aber sehr wohl, und zwar mit einem vollständigen, aktuellen Profil und echten Bewertungen.
Dazu kommt ein neuerer Punkt: KI-Suchen wie die KI-Übersichten in Google oder Chat-Assistenten greifen ebenfalls auf strukturierte Daten zu Betrieben zurück. Wenn deine Angaben im Unternehmensprofil, auf deiner Website und in Verzeichnissen wie local.ch oder search.ch übereinstimmen, steigt die Chance, dass du dort korrekt erwähnt wirst. Widersprüchliche Angaben verwirren Menschen und Maschinen gleichermassen.
Google Unternehmensprofil erstellen: Schritt für Schritt
So legst du dein Profil an oder übernimmst einen bestehenden Eintrag:
- Google-Konto bereithalten. Am besten nutzt du ein Konto, das dem Betrieb gehört und nicht einer einzelnen Person, die vielleicht einmal geht.
- Prüfen, ob es schon einen Eintrag gibt. Suche in Google Maps nach deinem Firmennamen und Ort. Gibt es ihn bereits, klickst du auf «Inhaber dieses Unternehmens?» bzw. «Dieses Unternehmensprofil beanspruchen».
- Neues Profil anlegen. Falls nichts existiert, gehst du auf google.com/business und klickst auf «Jetzt verwalten».
- Unternehmensnamen eingeben. Verwende genau den Namen, den du auch im Alltag nutzt, etwa auf dem Ladenschild oder dem Briefpapier.
- Hauptkategorie wählen. Mehr dazu weiter unten, denn diese Wahl ist entscheidend.
- Standort angeben. Hast du ein Ladenlokal oder eine Praxis, die Kundschaft besucht, gibst du die Adresse an. Bist du ein Handwerksbetrieb, der zur Kundschaft fährt, legst du ein Einzugsgebiet fest und kannst die Adresse ausblenden.
- Kontaktdaten ergänzen. Telefonnummer und Website-Adresse eintragen.
- Bestätigung starten. Google führt dich direkt zur Verifizierung.
- Profil vervollständigen. Öffnungszeiten, Beschreibung, Leistungen und Fotos ergänzen.
Die Bestätigung (Verifizierung) meistern
Erst nach der Bestätigung ist dein Profil voll sichtbar und du kannst alles bearbeiten. Welche Methode du angeboten bekommst, entscheidet Google selbst. Du kannst sie nicht frei wählen.
Häufige Varianten sind:
- Videoaufnahme: Heute bei neuen Profilen die gängigste Methode. Du filmst in einem durchgehenden Clip deinen Standort, zum Beispiel Strassenschild, Eingang mit Firmenschild, das Innere des Betriebs und einen Nachweis, dass du berechtigt bist (etwa Schlüssel zum Lokal oder ein Firmendokument).
- Telefon oder SMS: Du erhältst einen Code.
- E-Mail: Ebenfalls mit Code.
- Live-Videoanruf: Ein Gespräch mit dem Google-Support.
- Postkarte: Wird seltener angeboten, kommt aber noch vor.
Unsere Tipps für die Videobestätigung: Filme bei Tageslicht, schneide nichts heraus und zeig alles, was Google verlangt. Die Prüfung dauert danach oft einige Werktage. Ändere in dieser Zeit möglichst nichts an Namen, Adresse oder Kategorie, sonst kann die Prüfung von vorn beginnen.
Die wichtigsten Felder richtig ausfüllen
Ein vollständiges Profil wird laut Google eher angezeigt als ein lückenhaftes. Nimm dir also eine Stunde Zeit und fülle möglichst alles aus.
Name, Adresse, Telefon
Diese drei Angaben (auf Englisch oft «NAP» genannt) sollten überall identisch sein: im Profil, auf deiner Website, im Handelsregister und in Branchenverzeichnissen. Schon kleine Abweichungen wie «Str.» und «Strasse» sind kein Drama, aber unterschiedliche Telefonnummern oder alte Adressen schaden.
Ergänze den Namen nicht mit Keywords. «Malerei Huber» ist korrekt, «Malerei Huber, bester Maler Zürich günstig» verstösst gegen die Richtlinien und kann zur Sperrung führen.
Kategorien
Die Hauptkategorie ist eines der stärksten Signale für deine Sichtbarkeit. Wähle die Kategorie, die deinen Kern am genausten beschreibt, zum Beispiel «Physiotherapeut» statt nur «Gesundheit». Danach kannst du Nebenkategorien ergänzen, etwa «Sportmassage». Wähle nur Kategorien, die wirklich zu deinem Angebot passen.
Öffnungszeiten und Sonderöffnungszeiten
Halte deine Zeiten aktuell, auch an Feiertagen wie Auffahrt, Pfingstmontag oder dem 1. August. Nichts ärgert Kundschaft mehr als eine verschlossene Tür trotz «Geöffnet» auf Google.
Beschreibung
Du hast Platz für einen kurzen Text über deinen Betrieb. Beschreibe, was du anbietest, für wen und wo. Schreib natürlich, ohne Keyword-Listen, und ohne Links oder Werbeversprechen.
Leistungen, Produkte und Attribute
Lege deine wichtigsten Leistungen einzeln an. Eine Fahrschule kann etwa «Autoprüfung Kat. B», «VKU-Kurs» und «Nothelferkurs» erfassen. Attribute wie «rollstuhlgerecht» oder «Terminvereinbarung erforderlich» helfen zusätzlich.
Fotos und Beiträge: Zeig, wer du bist
Bilder sind oft das Erste, was Menschen in deinem Profil anschauen. Lade echte, gut belichtete Fotos hoch:
- Logo und ein Titelbild
- Aussenansicht, damit man dich vor Ort findet
- Innenräume, Werkstatt oder Behandlungsraum
- Team bei der Arbeit
- Typische Arbeiten oder Gerichte
Verzichte auf Stockfotos. Sie wirken austauschbar und schaffen kein Vertrauen. Ergänze regelmässig neue Bilder, zum Beispiel nach einem abgeschlossenen Projekt oder wenn die Saisonkarte wechselt.
Mit Beiträgen kannst du Neuigkeiten, Angebote oder Veranstaltungen direkt im Profil zeigen. Ein Restaurant postet das neue Mittagsmenü, ein Coiffeursalon die freien Termine vor Weihnachten. Beiträge sind kein Muss, zeigen aber, dass dein Betrieb lebt. Ein Beitrag pro Monat ist für die meisten KMU ein realistischer Rhythmus.
Google Bewertungen sammeln und beantworten
Bewertungen sind für viele Menschen der Hauptgrund, sich für oder gegen einen Betrieb zu entscheiden. Gleichzeitig zählen sie zur Bekanntheit, die Google bei der Reihenfolge berücksichtigt.
So bekommst du mehr Bewertungen
- Einfach fragen. Zufriedene Kundinnen und Kunden helfen gern, wenn du sie direkt darauf ansprichst.
- Link teilen. Im Profil findest du die Funktion «Nach Rezensionen fragen». Den Link kannst du per E-Mail, SMS oder WhatsApp verschicken.
- QR-Code nutzen. Auf der Rechnung, an der Kasse oder im Wartezimmer.
- Den richtigen Moment wählen. Direkt nach einem erfolgreichen Auftrag oder einer bestandenen Prüfung ist die Bereitschaft am grössten.
Wichtig: Belohnungen für Bewertungen, gekaufte Rezensionen oder das gezielte Sammeln nur positiver Bewertungen sind gemäss Google-Richtlinien verboten. Google kann solche Bewertungen löschen und das Profil einschränken.
So antwortest du richtig
Beantworte alle Bewertungen, die positiven wie die negativen. Bedanke dich kurz und persönlich bei Lob. Bei Kritik bleibst du sachlich, zeigst Verständnis und bietest eine Lösung an, idealerweise mit dem Angebot, das Gespräch telefonisch weiterzuführen. Denk daran: Deine Antwort lesen vor allem künftige Kundinnen und Kunden. Eine ruhige, professionelle Antwort wirkt oft stärker als die Kritik selbst.
Achte bei Gesundheitsberufen besonders auf die Schweigepflicht. Bestätige in einer Antwort nie, dass jemand bei dir in Behandlung war.
Häufige Fehler
Diese Fehler sehen wir bei KMU immer wieder:
- Profil nie übernommen: Der automatisch erstellte Eintrag enthält falsche Angaben, und niemand korrigiert sie.
- Keywords im Firmennamen: Das verstösst gegen die Richtlinien und riskiert eine Sperrung.
- Falsche oder zu allgemeine Hauptkategorie: Damit erscheinst du bei den falschen Suchen.
- Veraltete Öffnungszeiten: Besonders an Feiertagen und in den Betriebsferien.
- Unterschiedliche Angaben im Netz: Website, Profil und Verzeichnisse widersprechen sich.
- Postfach- oder virtuelle Adressen: Google akzeptiert nur echte Standorte, an denen du erreichbar bist.
- Bewertungen ignorieren: Unbeantwortete Kritik wirkt desinteressiert.
- Nur ein Logo als Bild: Ohne echte Fotos verschenkst du Vertrauen.
- Zugang verloren: Das Profil hängt am privaten Konto einer ehemaligen Mitarbeiterin. Füge deshalb immer mindestens zwei Inhaber oder Verwalter hinzu.
Profil und Website: ein starkes Duo
Das Unternehmensprofil ersetzt keine Website, es ergänzt sie. Im Profil entscheiden Menschen, ob sie dich anrufen oder auf deine Seite klicken. Auf der Website wollen sie dann mehr erfahren: Preise, Ablauf, Referenzen, Team. Wenn dort dieselben Angaben stehen, die Seite schnell lädt und auf dem Handy gut funktioniert, wird aus dem Klick eher eine Anfrage.
Verlinke im Profil deshalb auf die passende Seite. Hast du mehrere Standorte, verlinkst du jeweils auf die Standortseite. Und binde auf deiner Website eine Karte oder einen Link zu deinem Google Maps Eintrag ein, damit der Weg zu dir mit einem Klick gefunden ist.
Schau dir ausserdem regelmässig die Statistiken im Profil an. Dort siehst du, wie viele Menschen angerufen, eine Route geplant oder deine Website besucht haben. So erkennst du, ob sich deine Pflege lohnt.
Häufige Fragen
Kostet das Google Unternehmensprofil etwas?
Nein. Das Erstellen und Pflegen ist kostenlos. Kosten entstehen nur, wenn du zusätzlich bezahlte Anzeigen schaltest.
Ist Google My Business dasselbe wie das Google Unternehmensprofil?
Ja. Google hat den Dienst umbenannt. Funktionen und Zweck sind gleich geblieben, die Verwaltung läuft heute direkt über die Google-Suche und Google Maps.
Kann ich ein Profil ohne Ladenlokal erstellen?
Ja. Als Handwerksbetrieb oder mobiler Dienstleister legst du ein Einzugsgebiet fest und blendest deine Adresse aus. Eine echte Geschäftsadresse brauchst du für die Bestätigung trotzdem.
Kann ich negative Bewertungen löschen lassen?
Nur wenn sie gegen die Google-Richtlinien verstossen, etwa bei Beleidigungen, Spam oder Bewertungen ohne echten Kundenkontakt. Diese kannst du melden. Berechtigte Kritik bleibt stehen, darum ist eine gute Antwort so wichtig.
Wie oft sollte ich das Profil aktualisieren?
Prüfe es mindestens einmal im Monat: neue Fotos, offene Bewertungen beantworten, Öffnungszeiten vor Feiertagen anpassen. Bei Änderungen an Adresse oder Telefonnummer sofort.
Fazit: Kleiner Aufwand, grosse Wirkung
Ein gepflegtes Google Unternehmensprofil gehört zu den wirksamsten und günstigsten Massnahmen, mit denen ein KMU lokal sichtbar wird. Übernimm deinen Eintrag, fülle alle Felder sorgfältig aus, zeig echte Fotos und kümmere dich regelmässig um deine Bewertungen. Zusammen mit einer guten Website legst du so die Basis für mehr Anfragen aus deiner Region.
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Quellen
- Tipps zur Verbesserung des lokalen Rankings bei Google, Google Unternehmensprofil-Hilfe
- Richtlinien für die Darstellung Ihres Unternehmens bei Google, Google Unternehmensprofil-Hilfe
- Richtlinien für nutzergenerierte Inhalte auf Google Maps, Google Maps-Hilfe
- Verifying Your Google Business Profile, BrightLocal