Website Texte schreiben: Anleitung für Kleinbetriebe
Website Texte schreiben als Kleinbetrieb: So findest du die richtigen Worte für deine Kundschaft, für Google und für KI-Suchen. Mit Struktur, Beispielen und Checkliste.

Website Texte schreiben gelingt dir als Kleinbetrieb am besten, wenn du nicht über dich, sondern über die Probleme deiner Kundschaft schreibst. Gute Website-Texte beantworten in den ersten Sätzen, was du anbietest, für wen und wo. Danach zeigen sie den Nutzen, räumen Zweifel aus und sagen klar, was der nächste Schritt ist. Mit einer einfachen Struktur und etwas Übung schaffst du das ohne Texterin.
Viele Inhaberinnen und Inhaber von Kleinbetrieben schieben die Texte für ihre Website lange vor sich her. Das Design ist schnell bestimmt, die Fotos sind gemacht, aber vor dem leeren Textfeld bleibt man hängen. Aus unserer Erfahrung bei sitebuddy.ch ist das der häufigste Grund, warum ein Website-Projekt ins Stocken gerät. Die gute Nachricht: Du kennst dein Geschäft besser als jede Agentur. Du brauchst nur einen Plan, wie du dieses Wissen in Worte fasst.
Für wen schreibst du eigentlich?
Bevor du den ersten Satz schreibst, solltest du wissen, wer ihn lesen wird. Eine Schreinerei in Winterthur spricht andere Menschen an als ein Coiffeursalon in Zürich Wiedikon. Stell dir eine konkrete Person vor, die typischerweise bei dir anfragt. Wie alt ist sie? Was beschäftigt sie, wenn sie nach dir sucht? Welche Fragen stellt sie am Telefon immer wieder?
Ein einfacher Trick aus unserer Praxis: Schreib dir die fünf Fragen auf, die dir Kundinnen und Kunden am häufigsten stellen. Genau diese Fragen sind das Gerüst deiner Website. Wer zum Beispiel einen Malerbetrieb führt, hört oft: «Wie lange dauert das?», «Muss ich die Möbel selber wegräumen?» und «Was kostet ein Zimmer ungefähr?». Wenn deine Website diese Fragen beantwortet, fühlt sich die Besucherin sofort verstanden.
Schreib ausserdem so, wie deine Kundschaft spricht. Wenn alle Leute «Badumbau» sagen, dann schreib nicht «Sanitärrenovation». Das hilft den Lesenden und auch Google, denn die Suchmaschine versucht, die Wörter deiner Kundschaft mit deinen Inhalten abzugleichen.
Warum Nutzen wichtiger ist als Merkmale
Der häufigste Fehler auf Websites von Kleinbetrieben ist eine Aufzählung von Merkmalen. «Wir sind ein junges, dynamisches Team mit 20 Jahren Erfahrung» sagt wenig darüber aus, was die Kundschaft davon hat. Besser ist es, jedes Merkmal in einen Nutzen zu übersetzen.
| Merkmal | Nutzen für die Kundschaft |
|---|---|
| Wir haben eigene Fahrzeuge | Wir sind innert 24 Stunden bei dir vor Ort |
| Online-Terminbuchung | Du buchst deinen Termin auch abends um zehn |
| Kleines Team | Du hast immer die gleiche Ansprechperson |
| Zertifizierte Produkte | Du musst dir keine Sorgen um Allergien machen |
Frag dich bei jedem Satz: «Na und?» Wenn die Antwort nicht sofort einen Vorteil für die Leserin zeigt, schreib den Satz um. Das klingt streng, macht deine Texte aber deutlich überzeugender.
Wie strukturierst du eine Seite richtig?
Menschen lesen im Web selten Wort für Wort. Sie überfliegen eine Seite, bleiben an Überschriften hängen und entscheiden in wenigen Sekunden, ob sie weiterlesen. Die Nielsen Norman Group beschreibt dieses Scan-Verhalten seit Jahren. Deine Struktur muss also auch dann funktionieren, wenn jemand nur die Überschriften und die ersten Sätze liest.
Eine bewährte Reihenfolge für eine Startseite oder Angebotsseite sieht so aus:
- Klare Aussage oben: Was bietest du an, für wen, wo? Zum Beispiel: «Elektroinstallationen für Privathaushalte in der Stadt Zürich».
- Nutzen in drei Punkten: Warum lohnt es sich, gerade dich zu wählen?
- Angebot: Deine Leistungen, kurz beschrieben und verlinkt.
- Vertrauen: Kundenstimmen, Referenzen, Fotos von dir und deinem Team.
- Ablauf: Wie läuft eine Zusammenarbeit ab, Schritt für Schritt?
- Handlungsaufforderung: Was soll die Besucherin jetzt tun?
Halte dich dabei an die Regel: ein Gedanke pro Abschnitt. Kurze Absätze mit drei bis vier Sätzen lesen sich auf dem Handy viel angenehmer als lange Textblöcke. Und gerade bei Kleinbetrieben kommt ein grosser Teil der Besuche über das Smartphone.
Überschriften, die wirklich gelesen werden
Überschriften sind die Wegweiser deiner Seite. Sie sollen nicht kreativ verschlüsselt, sondern verständlich sein. «Unsere Philosophie» sagt wenig. «So arbeiten wir bei dir zu Hause» sagt sofort, worum es geht.
Gut funktionieren Überschriften in Frageform, etwa «Was kostet eine Gartenpflege?» oder «Wie schnell bist du bei mir?». Sie greifen auf, was die Leute ohnehin suchen, und sie passen gut zu KI-Suchen, die oft Fragen beantworten. Achte auch auf den Seitentitel, der in den Google-Ergebnissen erscheint. Google empfiehlt in seiner Dokumentation, für jede Seite einen eindeutigen, beschreibenden Titel zu verwenden, der nicht mit Stichwörtern überladen ist.
Der Call-to-Action: Sag klar, was als Nächstes passiert
Viele Websites erklären gut, was ein Betrieb macht, und lassen die Besucherin dann einfach stehen. Jede Seite braucht eine klare Handlungsaufforderung, auf Neudeutsch Call-to-Action. Das kann ein Button sein, eine Telefonnummer oder ein kurzes Formular.
Ein paar Tipps aus unserer Erfahrung:
- Konkret statt allgemein: «Offerte anfragen» oder «Termin buchen» funktioniert besser als «Mehr erfahren».
- Hürde senken: Schreib dazu, was danach passiert, zum Beispiel «Wir melden uns innert eines Arbeitstags».
- Mehrfach anbieten: Auf einer langen Seite darf der Button oben, in der Mitte und unten stehen.
- Telefonnummer klickbar machen: Auf dem Handy ruft man dann mit einem Tipp an.
Gerade lokale Dienstleister unterschätzen, wie viele Anfragen direkt per Anruf kommen. Eine gut sichtbare Nummer ist oft der wirksamste Call-to-Action überhaupt.
Website Texte schreiben für Google und KI-Suchen
Seit KI-Antworten in der Suche und Assistenten wie ChatGPT verbreitet sind, fragen uns viele Kundinnen, ob sie anders schreiben müssen. Die ehrliche Antwort: kaum. Google sagt in seiner Dokumentation zu KI-Funktionen in der Suche ausdrücklich, dass dafür keine speziellen Optimierungen nötig sind. Es gelten dieselben Grundsätze wie für die normale Suche: hilfreiche, verlässliche Inhalte, die für Menschen geschrieben sind.
Was trotzdem hilft, damit deine Texte gefunden und zitiert werden:
- Direkte Antworten: Beantworte die Kernfrage einer Seite gleich im ersten Absatz in zwei bis vier Sätzen.
- Klare Fakten: Nenne Ort, Einzugsgebiet, Öffnungszeiten und Preisrahmen als Text, nicht nur in einem Bild.
- Eigene Erfahrung: Google beschreibt in seinen Richtlinien zu hilfreichen Inhalten, dass Erfahrung aus erster Hand ein Qualitätsmerkmal ist. Schreib, was du in deinem Alltag tatsächlich erlebst.
- Lokale Bezüge: Erwähne die Quartiere und Gemeinden, in denen du arbeitest. Mehr dazu liest du in unserem Artikel über Local SEO für Kleinbetriebe.
- Keine Füllwörter: Texte, die nur für Suchmaschinen aufgebläht werden, schaden eher, als dass sie nützen.
Wichtig ist auch, dass deine Angaben überall gleich sind: auf der Website, im Google-Unternehmensprofil und in Verzeichnissen. Widersprüchliche Öffnungszeiten verunsichern Menschen und Maschinen gleichermassen.
Ton und Sprache: Du oder Sie?
In der Schweiz ist das eine echte Frage. Ein Treuhandbüro mit älterer Kundschaft bleibt vielleicht beim «Sie», ein Velogeschäft oder ein Yogastudio duzt meist ganz selbstverständlich. Entscheidend ist, dass du dich festlegst und konsequent bleibst.
Achte ausserdem auf Schweizer Schreibweisen. Schreib «ss» statt «ß», verwende die in der Schweiz üblichen Begriffe wie «Offerte» statt «Angebot» oder «parkieren» statt «parken», wenn deine Kundschaft so spricht. Das wirkt nahbar und zeigt, dass du aus der Region kommst. Vermeide Fachbegriffe, oder erkläre sie kurz in einem Nebensatz.
Praktischer Ablauf: So kommst du ins Schreiben
Wenn du vor dem leeren Blatt sitzt, hilft ein fester Ablauf:
- Sammeln: Notiere Kundenfragen, Leistungen, Preise und typische Abläufe in Stichworten.
- Sprechen: Erzähl einer Freundin oder einem Mitarbeiter, was du machst, und nimm es auf dem Handy auf. Gesprochene Sprache ist oft natürlicher als geschriebene.
- Rohfassung: Schreib den Text, ohne an Perfektion zu denken.
- Kürzen: Streiche alles, was keinen Nutzen bringt. Meistens kannst du einen Drittel weglassen.
- Testen: Lass jemanden aus deiner Zielgruppe lesen und frag: «Was würdest du jetzt tun?»
KI-Tools können beim Formulieren helfen, etwa für eine erste Gliederung oder Varianten einer Überschrift. Prüfe aber jeden Satz. Allgemeine KI-Texte klingen schnell austauschbar, und genau das willst du vermeiden. Deine persönlichen Erfahrungen, Beispiele und Ansichten machen den Unterschied.
Checkliste für deine Website-Texte
- Steht oben in einem Satz, was du anbietest, für wen und wo?
- Beantwortet jede Seite die wichtigsten Kundenfragen?
- Sind Merkmale in Nutzen übersetzt?
- Sind die Überschriften verständlich, idealerweise als Frage?
- Hat jeder Abschnitt nur einen Gedanken und höchstens vier Sätze?
- Gibt es auf jeder Seite eine klare Handlungsaufforderung?
- Ist die Telefonnummer gut sichtbar und klickbar?
- Hat jede Seite einen eindeutigen Seitentitel und eine Beschreibung?
- Stimmen Adresse und Öffnungszeiten mit deinem Google-Unternehmensprofil überein?
- Hast du konsequent «du» oder «Sie» und Schweizer Schreibweisen verwendet?
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Website-Text sein?
So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Eine Startseite braucht oft nur wenige hundert Wörter, eine Leistungsseite mit Ablauf und Preisen darf länger sein. Wichtig ist, dass jeder Abschnitt einen Zweck erfüllt und die Seite gut überfliegbar bleibt.
Darf ich Texte mit KI schreiben lassen?
Ja, als Hilfsmittel ist das in Ordnung. Google bewertet Inhalte nach ihrer Qualität und Hilfsbereitschaft, nicht danach, wie sie entstanden sind. Ergänze KI-Entwürfe aber immer mit deinen eigenen Erfahrungen, Beispielen und regionalen Details, sonst wirken sie beliebig.
Muss ich Keywords in meine Texte einbauen?
Du solltest die Wörter verwenden, mit denen deine Kundschaft sucht, vor allem im Seitentitel, in der Hauptüberschrift und im ersten Absatz. Ein Wort künstlich in jeden Satz zu packen bringt hingegen nichts und liest sich schlecht.
Wie oft sollte ich meine Website-Texte überarbeiten?
Schau dir deine wichtigsten Seiten mindestens einmal pro Jahr an. Spätestens wenn sich Preise, Leistungen oder Öffnungszeiten ändern, gehören die Texte angepasst. Veraltete Angaben kosten Vertrauen und oft auch Anfragen.
Was kostet es, Website-Texte schreiben zu lassen?
Das hängt vom Umfang und vom Aufwand für Gespräche und Recherche ab. Einen Überblick über die gesamten Kosten einer Website findest du in unserem Artikel Was kostet eine Website in der Schweiz?.
Fazit: Gute Texte sind kein Hexenwerk
Website Texte schreiben ist für Kleinbetriebe gut machbar, wenn du konsequent aus Sicht deiner Kundschaft denkst. Beantworte ihre Fragen, zeig den Nutzen, gliedere klar und sag am Ende, was zu tun ist. So überzeugst du Menschen und wirst auch von Google und KI-Suchen besser verstanden. Wenn du dabei Unterstützung möchtest, hilft dir sitebuddy.ch gerne: Wir entwickeln mit dir Texte und Design aus einem Guss. Melde dich einfach über unseren Kontakt.