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Google Analytics Alternative: Tools für Schweizer KMU

Google Analytics Alternative gesucht? Wir vergleichen Plausible, Matomo, Fathom und Cloudflare und zeigen, welche Zahlen für dein KMU wirklich zählen.

sitebuddy.ch
· 9 Min. Lesezeit

Eine Google Analytics Alternative ist ein Statistik-Tool, das dir zeigt, wie viele Menschen deine Website besuchen und woher sie kommen, ohne dabei so viele Daten zu sammeln wie Google Analytics. Bekannte Beispiele sind Plausible, Matomo, Fathom und Cloudflare Web Analytics. Viele dieser Tools arbeiten laut eigenen Angaben ohne Cookies und zeigen die wichtigsten Zahlen auf einer einzigen, übersichtlichen Seite. Für einen Kleinbetrieb reicht das in unserer Erfahrung meistens völlig aus.

In diesem Artikel erklären wir dir, warum sich viele KMU nach einer Alternative umsehen, wie die vier bekanntesten Tools funktionieren und worauf du bei der Wahl achten solltest. Zum Schluss zeigen wir dir, welche wenigen Zahlen für eine Website mit 1 bis 10 Mitarbeitenden wirklich zählen.

Warum suchen so viele KMU eine Google Analytics Alternative?

Die meisten KMU suchen eine Alternative, weil ihnen Google Analytics zu umfangreich ist und weil es Cookies setzt. Beides hat ganz praktische Folgen für deinen Alltag.

Cookies: Google beschreibt in der eigenen Hilfe, dass die Tags von Google Analytics 4 eigene Cookies verwenden, um einzelne Nutzer und ihre Sitzungen zu unterscheiden. Das Cookie «_ga» hat laut Google eine Standardablaufzeit von zwei Jahren. Wer Cookies einsetzt, muss sich mit Datenschutz und Information der Besucherinnen und Besucher beschäftigen. Was das in der Schweiz konkret bedeutet, erklären wir ausführlich im Artikel Cookie-Banner in der Schweiz.

Datenschutz: In der Schweiz regelt das Datenschutzgesetz (DSG), wie Personendaten bearbeitet werden dürfen. Dazu gehört auch, dass du deine Besucherinnen und Besucher informierst. Je weniger Daten dein Statistik-Tool sammelt, desto einfacher wird diese Aufgabe.

Einfachheit: Google Analytics ist ein mächtiges Werkzeug für Marketing-Teams. Für eine Coiffeuse in Oerlikon oder einen Malerbetrieb in Dietikon ist es aus unserer Erfahrung oft zu viel des Guten. Viele Inhaberinnen und Inhaber loggen sich einmal ein, finden sich in den vielen Berichten nicht zurecht und schauen danach nie wieder hinein. Eine Statistik, die niemand anschaut, bringt dir nichts.

Was bedeutet «cookielose Webanalyse»?

Cookielose Webanalyse heisst, dass das Tool im Browser deiner Besucherinnen und Besucher keine Cookies speichert, um sie wiederzuerkennen. Trotzdem zählt es Seitenaufrufe, Besuche und Herkunftsquellen.

Wie geht das? Die Anbieter beschreiben unterschiedliche Verfahren. Plausible schreibt, dass es keine Cookies und keine dauerhaften Besucherkennungen verwendet. Stattdessen gibt es eine tägliche Kennung, die nur für eine einzelne Website und ein einzelnes Gerät gilt. Am nächsten Tag erkennt das Tool denselben Besucher nicht mehr. Fathom beschreibt ein ähnliches Prinzip: eine temporäre, websitespezifische Signatur, die täglich wechselt.

Wichtig für dich: «Cookielos» ist nicht dasselbe wie «datenlos». Fathom sagt auf seiner Website selbst offen, dass auch bei cookieloser Analyse eine Anfrage verarbeitet wird und es irreführend wäre zu behaupten, man erhalte nie eine IP-Adresse. Du solltest dich also trotzdem mit deiner Datenschutzerklärung beschäftigen.

Welche Google-Analytics-Alternativen gibt es?

Die vier bekanntesten Alternativen für kleine Websites sind Plausible, Matomo, Fathom und Cloudflare Web Analytics. Wir beschreiben sie hier neutral und nur mit den Angaben, die die Anbieter auf ihren offiziellen Seiten machen. Wir haben keine Geschäftsbeziehung zu einem dieser Anbieter.

Plausible Analytics

Plausible ist ein Open-Source-Tool aus der EU. Laut eigener Datenrichtlinie ist die Firma in Estland eingetragen, und alle Besucherdaten werden in der EU auf Infrastruktur europäischer Unternehmen verarbeitet und gespeichert. Plausible verwendet keine Cookies und keine dauerhaften Besucherkennungen. Gesammelt werden zum Beispiel die aufgerufene Seite, die Herkunftsquelle, Browser und Gerätetyp sowie das ungefähre Land und die Stadt. Das Dashboard zeigt alle wichtigen Zahlen auf einer Seite. Weil der Quellcode öffentlich ist, kannst du Plausible laut Anbieter auch selbst betreiben.

Matomo

Matomo ist eine Open-Source-Software unter der Lizenz GNU GPL v3. Du kannst Matomo als Cloud-Dienst nutzen oder selbst auf deinem eigenen Server installieren (On-Premise). Matomo bietet deutlich mehr Funktionen als die anderen Tools hier und ist damit am nächsten an Google Analytics. Ob du Matomo ohne Einwilligung einsetzen kannst, hängt laut Matomo von der Konfiguration ab. Das Tool bietet dafür Datenschutzfunktionen wie das Anonymisieren von IP-Adressen. Gewisse Funktionen, etwa das Verfolgen einzelner Besucher oder Marketing-Tracking, brauchen laut Matomo in der Regel eine Einwilligung.

Fathom Analytics

Fathom ist ein kommerzielles Tool, das sich auf einfache Website-Kennzahlen konzentriert: Seitenaufrufe, Herkunftsquellen, Kampagnen und Ereignisse, die du selbst festlegst. Laut Anbieter verwendet Fathom keine Analyse-Cookies und erstellt keine Werbeprofile. Fathom bietet zudem eine eigene Lösung für Besucher aus der EU an, die der Anbieter «EU data isolation» nennt.

Cloudflare Web Analytics

Cloudflare Web Analytics ist laut Cloudflare kostenlos. Du brauchst ein Cloudflare-Konto und fügst ein kleines JavaScript-Snippet in deine Website ein. Deine Domain musst du dafür nicht zu Cloudflare umziehen. Cloudflare schreibt, dass keine personenbezogenen Daten der Besucher erhoben werden und einzelne Nutzer nicht über Websites hinweg verfolgt werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Ladezeit: Das Tool misst auch die Core Web Vitals, also die Kennzahlen, mit denen Google die Nutzererfahrung bewertet.

Wie unterscheiden sich die Tools auf einen Blick?

Die Tools unterscheiden sich vor allem darin, wie viel sie können und wo deine Daten liegen. Diese Übersicht fasst die Angaben der Anbieter zusammen:

ToolDas Besondere laut Anbieter
PlausibleOpen Source, ohne Cookies, Daten in der EU
MatomoOpen Source, selbst hostbar, grosser Funktionsumfang
FathomOhne Analyse-Cookies, Fokus auf einfache Kennzahlen
Cloudflare Web AnalyticsKostenlos, misst auch Ladezeiten und Core Web Vitals

Wie wählst du die passende Alternative?

Die passende Alternative findest du, wenn du zuerst klärst, welche Fragen du überhaupt beantworten willst. Erst danach lohnt sich der Blick auf die Funktionen.

Geh dabei in diesen Schritten vor:

  1. Fragen notieren: Schreib drei bis fünf Fragen auf, die dich interessieren. Zum Beispiel: «Wie viele Leute besuchen meine Website pro Monat?» oder «Kommen Anfragen eher über Google oder über Instagram?»
  2. Datenstandort prüfen: Überlege, wo deine Daten liegen sollen. Manche Tools speichern in der EU, Matomo kannst du auch selbst bei einem Schweizer Hoster betreiben.
  3. Aufwand abschätzen: Ein selbst betriebenes Tool musst du aktualisieren und sichern. Ein Cloud-Dienst nimmt dir das ab.
  4. Datenschutzerklärung anpassen: Egal welches Tool du wählst, erwähne es in deiner Datenschutzerklärung. Die Anbieter stellen dazu meist Informationen bereit.
  5. Kosten vergleichen: Prüfe die aktuellen Preise direkt auf den Websites der Anbieter. Einige bieten kostenlose Testphasen an.
  6. Testen: Lass das neue Tool ein paar Wochen parallel laufen, bevor du das alte entfernst. Plausible erwähnt diese Möglichkeit ausdrücklich.

Unsere Einschätzung: Für die meisten Kleinbetriebe ist ein schlankes Tool mit einer einzigen Übersichtsseite die bessere Wahl als ein Werkzeug mit hundert Berichten. Matomo lohnt sich vor allem dann, wenn du viele Funktionen brauchst oder die Daten unbedingt auf einem eigenen Server haben willst.

Was solltest du auf deiner Website wirklich messen?

Du solltest nur messen, was dir hilft, bessere Entscheidungen für dein Geschäft zu treffen. Für die meisten KMU sind das erfahrungsgemäss nur wenige Zahlen.

  1. Besuche pro Monat: Zeigt dir, ob deine Website über die Zeit mehr oder weniger Menschen erreicht. Vergleiche lieber Monate miteinander als einzelne Tage.
  2. Herkunftsquellen: Kommen die Leute über die Google-Suche, über Social Media, über einen Eintrag auf local.ch oder direkt? So siehst du, welcher Kanal sich lohnt.
  3. Meistbesuchte Seiten: Welche Leistung interessiert die Leute am meisten? Diese Seite sollte besonders gut gepflegt sein.
  4. Anfragen als Ereignis: Das Wichtigste überhaupt. Miss, wie oft jemand dein Kontaktformular abschickt oder auf deine Telefonnummer klickt. Die meisten Alternativen können solche Ereignisse zählen.
  5. Geräte: Wie viele Besucherinnen und Besucher kommen mit dem Handy? Das zeigt dir, wie wichtig die mobile Ansicht deiner Website ist.

Was vor dem Besuch passiert, also bei welchen Suchbegriffen du in Google erscheinst, zeigt dir kein Statistik-Tool auf deiner Website. Dafür gibt es die kostenlose Google Search Console. Wie du sie einrichtest, erklären wir in unserer Anleitung zur Google Search Console. Die Kombination aus Search Console und einer schlanken Statistik deckt aus unserer Sicht fast alles ab, was ein Kleinbetrieb wissen muss.

Ein Tipp aus der Praxis: Schau einmal im Monat für zehn Minuten in deine Zahlen und notiere dir eine einzige Erkenntnis. Das bringt dir mehr als ein tägliches Starren auf Kurven.

Häufige Fragen

Das hängt von deiner ganzen Website ab, nicht nur vom Statistik-Tool. Plausible und Fathom setzen laut eigenen Angaben keine Analyse-Cookies. Wenn du aber zum Beispiel eingebettete Videos, Karten oder Werbe-Pixel nutzt, können diese ebenfalls Cookies setzen. Lies dazu unseren Artikel zum Cookie-Banner in der Schweiz.

Muss ich das Tool in meiner Datenschutzerklärung erwähnen?

Ja, wir empfehlen das in jedem Fall. Das Schweizer Datenschutzgesetz verlangt Transparenz bei der Bearbeitung von Personendaten. Auch cookielose Tools verarbeiten technische Anfragen, deshalb gehört ein kurzer Hinweis in deine Datenschutzerklärung.

Kann ich Google Analytics und eine Alternative gleichzeitig nutzen?

Technisch ja. Viele nutzen das für eine Übergangszeit, um die Zahlen zu vergleichen. Erwarte aber keine identischen Werte, weil die Tools unterschiedlich zählen. Langfristig empfehlen wir, dich für ein Tool zu entscheiden.

Gibt es eine kostenlose Google Analytics Alternative?

Ja. Cloudflare Web Analytics ist laut Cloudflare kostenlos. Matomo On-Premise ist als Open-Source-Software frei nutzbar, du brauchst dafür aber einen eigenen Server und etwas technisches Wissen.

Verliere ich meine alten Daten aus Google Analytics?

Deine alten Daten bleiben in Google Analytics, solange dein Konto besteht. Eine neue Statistik startet bei null. Notiere dir deshalb vor dem Wechsel die wichtigsten Zahlen der letzten Monate als Vergleichswert.

Fazit: Weniger messen, besser verstehen

Eine gute Google Analytics Alternative macht deine Website-Statistik einfacher, schlanker und oft datenschutzfreundlicher. Plausible, Matomo, Fathom und Cloudflare Web Analytics verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze. Wichtiger als das Tool selbst ist, dass du weisst, welche Fragen du beantworten willst, und regelmässig einen Blick auf die wenigen Zahlen wirfst, die für dein Geschäft zählen.

Wenn du Unterstützung bei der Auswahl oder beim Einbau möchtest, sind wir von sitebuddy.ch gerne für dich da. Wir bauen Websites für Kleinbetriebe in Zürich und der ganzen Deutschschweiz und richten dir auf Wunsch eine schlanke Statistik ein. Vereinbare einfach ein kostenloses Erstgespräch.

Quellen

  1. [GA4] Verwendung von Cookies auf Websites, Google Analytics-Hilfe
  2. Plausible: GDPR, CCPA and cookie law compliant web analytics, Plausible Analytics
  3. Can I use Matomo Analytics without asking for consent or using a cookie banner?, Matomo
  4. Free Open-Source Web Analytics, Matomo Analytics
  5. Privacy-focused website analytics, Fathom Analytics
  6. About, Cloudflare Web Analytics docs
  7. Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG), SR 235.1, fedlex

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