Website für Handwerker: Was Schreiner, Maler & Co. brauchen
Website für Handwerker: Welche Seiten, Bilder und Funktionen Schreiner, Maler, Sanitär und Elektriker brauchen, damit mehr Offertanfragen kommen.

Eine gute Website für Handwerker zeigt in wenigen Sekunden, was du machst, wo du arbeitest und wie man dich erreicht. Dazu gehören eine eigene Seite pro Leistung, ein klar beschriebenes Einzugsgebiet, echte Referenzbilder, eine einfache Offertanfrage und eine Telefonnummer, die man auf dem Handy direkt antippen kann. Zusammen mit einem gepflegten Google Unternehmensprofil und ehrlichen Bewertungen entsteht so eine Website, die Anfragen bringt statt nur gut auszusehen.
In diesem Artikel gehen wir die wichtigsten Bausteine für Schreinereien, Malergeschäfte, Sanitärfirmen und Elektroinstallateure durch. Am Ende findest du eine Checkliste, mit der du deine eigene Seite prüfen kannst.
Was unterscheidet eine Website für Handwerker von anderen Firmenwebsites?
Eine Handwerker-Website ist vor allem ein Werkzeug für Anfragen aus der Region. Die meisten Besucherinnen und Besucher haben ein konkretes Problem: Das Bad soll erneuert werden, die Fassade blättert ab oder die Steckdosen in der Küche reichen nicht mehr. Sie wollen schnell wissen, ob du das machst, ob du in ihre Gemeinde kommst und wie sie dich erreichen.
Daraus ergeben sich drei Fragen, die deine Website sofort beantworten sollte:
- Was machst du? Klare Leistungen statt allgemeiner Sätze wie «Ihr Partner für alles rund ums Haus».
- Wo arbeitest du? Dein Standort und dein Einzugsgebiet, zum Beispiel «Schreinerei in Wädenswil, tätig am linken Zürichseeufer».
- Wie erreicht man dich? Telefon, Offertformular und Adresse, ohne lange zu suchen.
Aus unserer Erfahrung scheitern viele Handwerker-Websites nicht am Design, sondern daran, dass genau diese drei Punkte versteckt oder zu vage sind.
Warum braucht jede Leistung eine eigene Seite?
Eine eigene Seite pro Leistung macht es Menschen und Suchmaschinen leichter, dich für genau diese Arbeit zu finden. Wer «Badsanierung Uster» sucht, landet lieber auf einer Seite über Badsanierungen als auf einer Startseite, die zwanzig Leistungen in einem Satz aufzählt.
Google schreibt in seinem SEO-Leitfaden für Einsteiger, dass Inhalte hilfreich, gut lesbar und für die Leserschaft geschrieben sein sollen. Eine Leistungsseite erfüllt das, wenn sie konkrete Fragen beantwortet. So kann eine Leistungsseite aufgebaut sein:
- Überschrift mit Leistung und Ort: etwa «Küchenbau nach Mass in Horgen und Umgebung».
- Kurze Einleitung: Was du genau anbietest und für wen.
- Ablauf: Von der Besichtigung über die Offerte bis zur Montage.
- Referenzen: Zwei bis drei Projekte mit Bildern zu genau dieser Leistung.
- Häufige Fragen: Zum Beispiel, ob du auch kleine Reparaturen übernimmst.
- Kontakt: Telefon und Offertanfrage direkt am Ende der Seite.
Für einen Malerbetrieb könnten das Seiten für Innenrenovationen, Fassaden, Tapezierarbeiten und Spritzwerk sein. Für eine Elektrikerin vielleicht Neubauinstallationen, Umbauten, E-Mobilität und Smart Home. Wichtig ist, dass jede Seite eigene, echte Inhalte hat.
Wie zeige ich mein Einzugsgebiet, ohne Google zu verärgern?
Dein Einzugsgebiet nennst du am besten klar auf der Startseite, im Footer und auf den Leistungsseiten. Ein Satz wie «Wir arbeiten in Winterthur, im Weinland und im Tösstal» hilft Besuchern sofort weiter.
Vorsicht ist bei sogenannten Ortsseiten geboten. Das sind Seiten wie «Maler Dübendorf», «Maler Wallisellen» und «Maler Volketswil», bei denen sich nur der Ortsname ändert. Google beschreibt in seinen Spam-Richtlinien genau dieses Muster als «Doorway Abuse»: mehrere Seiten, die auf bestimmte Regionen oder Städte ausgerichtet sind und Nutzer am Ende zur gleichen Seite führen. Solche Seiten können deiner Website schaden.
Ortsseiten lohnen sich nur, wenn sie echten Mehrwert bieten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du dort tatsächlich eine Filiale oder ein Lager hast, oder wenn du konkrete Projekte aus dieser Gemeinde zeigst. Hast du nur einen Standort, reicht meistens eine gut gepflegte Seite über dein Einzugsgebiet mit einer Liste der Gemeinden und ein paar regionalen Referenzen.
Mehr zur lokalen Sichtbarkeit findest du in unserem Artikel zu Local SEO für Kleinbetriebe.
Welche Bilder überzeugen auf einer Handwerker-Website?
Echte Bilder deiner eigenen Arbeit überzeugen mehr als jedes Stockfoto. Wer einen Handwerker sucht, will sehen, wie die Resultate aussehen und wer bei ihm zu Hause arbeiten wird.
Besonders stark sind Vorher-nachher-Bilder. Sie zeigen auf einen Blick, was du kannst: das alte Bad mit gelben Fliesen und das neue mit bodenebener Dusche, die verwitterte Holzfassade und die frisch gestrichene. Damit diese Bilder gut wirken, helfen ein paar einfache Regeln:
- Gleicher Blickwinkel: Fotografiere vorher und nachher möglichst vom gleichen Standpunkt aus.
- Gutes Licht: Tageslicht und aufgeräumte Räume machen viel aus.
- Kurze Beschreibung: Ort, Art der Arbeit und Besonderheiten, etwa «Altbauwohnung in Zürich Wiedikon, Parkett geschliffen und geölt».
- Team und Werkstatt: Ein Bild von dir, deinem Team und deiner Werkstatt schafft Vertrauen.
- Einverständnis: Frag deine Kundschaft, ob du Bilder aus ihrem Zuhause zeigen darfst.
Auch für Google spielen Bilder eine Rolle. In der Google-Dokumentation zur Bildersuche steht, dass der Alt-Text das wichtigste Attribut ist, um Bilder zu beschreiben. Der Alt-Text ist ein kurzer Text, der beschreibt, was auf einem Bild zu sehen ist. Er hilft auch Menschen, die einen Screenreader nutzen. Google rät zudem, Bilder in der Nähe von passendem Text zu platzieren und Dateinamen aussagekräftig zu wählen, also «badsanierung-thalwil.jpg» statt «IMG_4711.jpg».
Wie mache ich es Kunden leicht, eine Offerte anzufragen?
Eine gute Offertanfrage ist kurz, verständlich und auf jeder Seite schnell erreichbar. Je weniger Hürden, desto eher füllt jemand das Formular aus.
Ein Offertformular für Handwerker braucht aus unserer Sicht nur wenige Felder:
- Name und Telefonnummer oder E-Mail
- Ort des Auftrags (Postleitzahl oder Gemeinde)
- Art der Arbeit, am besten als Auswahl
- Kurze Beschreibung
- Optional: Fotos hochladen
Gerade die Foto-Funktion ist für Sanitär- und Malerbetriebe praktisch. Ein Bild vom tropfenden Siphon oder von der feuchten Wand sagt oft mehr als ein langer Text und spart dir eine Besichtigung. Schreib unter das Formular, wann sich jemand meldet, zum Beispiel «Wir melden uns in der Regel innert zwei Arbeitstagen», aber nur, wenn du das auch einhalten kannst.
Bei Formularen gilt in der Schweiz das Datenschutzgesetz. Erkläre in deiner Datenschutzerklärung, was mit den Angaben passiert. Mehr dazu findest du in unserem Artikel zur Datenschutzerklärung.
Warum muss die Telefonnummer klickbar sein?
Eine klickbare Telefonnummer ist eine Nummer, die man auf dem Smartphone antippt und damit direkt anruft. Technisch geschieht das über einen sogenannten «tel:»-Link. Für Handwerker ist das wichtig, weil viele Anfragen dringend sind: Bei einem Wasserschaden oder einem Stromausfall will niemand eine Nummer abschreiben.
So setzt du das um:
- Nummer oben sichtbar: Im Kopfbereich der Website, auf dem Handy am besten als Button.
- Internationales Format im Link: zum Beispiel +41 44 123 45 67. Auch Google verwendet in seinen Beispielen für strukturierte Daten Telefonnummern im internationalen Format.
- Erreichbarkeit nennen: Schreib dazu, wann du telefonisch erreichbar bist, und ob es einen Notfalldienst gibt.
Wie hängen Google Unternehmensprofil und Website zusammen?
Das Google Unternehmensprofil ist dein kostenloser Eintrag in Google Maps und in der lokalen Suche, und es verlinkt im Idealfall direkt auf deine Website. Google nennt in seiner Hilfe drei Faktoren für das lokale Ranking: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit.
Für Handwerker ist ein Punkt aus den Google-Richtlinien besonders wichtig: Betriebe, die ihre Arbeit beim Kunden erledigen, sollen ein Profil für ihren Standort erstellen und ihr Einzugsgebiet festlegen. Die Adresse kannst du dabei ausblenden, wenn Kundschaft nicht bei dir vorbeikommt. Achte darauf, dass Firmenname, Adresse und Telefonnummer auf Website und Profil genau gleich geschrieben sind.
Zusätzlich kannst du auf deiner Website strukturierte Daten einbauen. Strukturierte Daten sind ein standardisierter Code, der Suchmaschinen erklärt, wer du bist, wo du bist und wann du erreichbar bist. Google beschreibt dafür den Typ «LocalBusiness». Auf schema.org gibt es sogar passende Untertypen für das Handwerk, etwa «Plumber» (Sanitär), «Electrician», «HousePainter», «RoofingContractor» und «GeneralContractor».
Eine Anleitung zum Profil findest du in unserem Artikel zum Google Unternehmensprofil.
Wie bringe ich Bewertungen auf meine Website?
Bewertungen zeigen neuen Kunden, dass andere mit deiner Arbeit zufrieden waren. Google nennt die Anzahl und die Bewertungen in seiner Hilfe ausdrücklich als Teil der Bekanntheit eines Betriebs.
Auf der Website kannst du Bewertungen auf zwei Arten zeigen: als ausgewählte Zitate von Kundinnen und Kunden mit deren Einverständnis, oder mit einem Link zu deinem Google-Profil, wo alle Bewertungen sichtbar sind. Wichtig ist, dass alles echt ist. Erfundene oder gekaufte Bewertungen verstossen gegen die Google-Richtlinien.
Wie du im Alltag zu mehr Bewertungen kommst, zeigen wir dir im Artikel Google Bewertungen bekommen.
Gehören Lehrstellen und Jobs auf die Website?
Ja, eine eigene Seite für Lehrstellen und offene Stellen gehört auf jede Handwerker-Website, die Personal sucht. Viele Betriebe suchen Lernende und Fachkräfte, und die eigene Website ist oft der erste Ort, an dem sich Interessierte umschauen.
Eine gute Karriereseite enthält:
- Offene Lehrstellen: Beruf, Beginn, zum Beispiel «Lehrstelle Schreiner/in EFZ ab August».
- Schnupperlehre: Wie man sich für einen Schnuppertag anmeldet.
- Einblicke: Fotos aus der Werkstatt und kurze Aussagen von Lernenden.
- Einfache Bewerbung: Eine E-Mail-Adresse oder ein kurzes Formular reichen.
Aus unserer Erfahrung schätzen Jugendliche und Eltern es, wenn sie sehen, wer im Betrieb arbeitet und wie ein Arbeitstag aussieht. Halte die Seite aktuell. Eine Lehrstelle, die längst vergeben ist, wirkt nachlässig.
Checkliste: Ist deine Website für Handwerker bereit?
Mit dieser Checkliste prüfst du in wenigen Minuten, wo deine Website steht.
| Punkt | Worauf du achtest |
|---|---|
| Startseite | Leistung, Ort und Telefon sind ohne Scrollen sichtbar |
| Leistungsseiten | Jede wichtige Leistung hat eine eigene Seite mit eigenem Text |
| Einzugsgebiet | Gemeinden und Region sind klar genannt, keine kopierten Ortsseiten |
| Referenzen | Echte Vorher-nachher-Bilder mit kurzer Beschreibung und Alt-Text |
| Offertanfrage | Kurzes Formular, auf jeder Seite erreichbar, Foto-Upload möglich |
| Telefon | Auf dem Handy antippbar, Erreichbarkeit angegeben |
| Google-Profil | Bestätigt, Einzugsgebiet festgelegt, gleiche Kontaktdaten wie auf der Website |
| Bewertungen | Echte Stimmen auf der Website und Link zum Google-Profil |
| Jobs und Lehrstellen | Aktuelle Seite mit Schnupperlehre und einfacher Bewerbung |
| Rechtliches | Impressum und Datenschutzerklärung vorhanden |
Häufige Fragen
Reicht für Handwerker ein Onepager?
Für einen kleinen Betrieb mit wenigen Leistungen kann ein Onepager ein guter Start sein. Sobald du mehrere Leistungen anbietest, die einzeln gefunden werden sollen, sind eigene Unterseiten meistens die bessere Wahl. Mehr dazu liest du im Artikel Onepager oder mehrere Seiten.
Darf ich Bilder von Kundenaufträgen zeigen?
Frag deine Kundschaft vorher um Erlaubnis, vor allem wenn Innenräume, Personen oder Adressen erkennbar sind. Am einfachsten klärst du das schon bei der Auftragsbestätigung.
Soll ich für jede Gemeinde eine eigene Seite erstellen?
Nur wenn jede Seite echten, eigenen Inhalt hat, etwa Projekte oder einen Standort vor Ort. Seiten, bei denen nur der Ortsname wechselt, bezeichnet Google als Doorway Abuse.
Brauche ich als Handwerker ohne Ladenlokal ein Google Unternehmensprofil?
Ja. Google sieht für Betriebe, die beim Kunden arbeiten, ausdrücklich ein Profil mit festgelegtem Einzugsgebiet vor. Deine Adresse kannst du dabei ausblenden.
Wie oft sollte ich meine Website aktualisieren?
Es gibt keine feste Regel. Aus unserer Erfahrung lohnt es sich, neue Referenzprojekte laufend zu ergänzen und Stellen- und Kontaktangaben sofort nachzuführen, wenn sich etwas ändert.
Fazit: Eine Website für Handwerker ist ein Werkzeug für Anfragen
Eine gute Website für Handwerker muss nicht kompliziert sein. Klare Leistungsseiten, ein ehrlich beschriebenes Einzugsgebiet, echte Referenzbilder, eine einfache Offertanfrage und eine antippbare Telefonnummer bilden das Fundament. Zusammen mit einem gepflegten Google Unternehmensprofil und echten Bewertungen hast du gute Voraussetzungen, in deiner Region gefunden zu werden.
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Quellen
- So verbessern Sie Ihr lokales Ranking bei Google, Google Unternehmensprofil-Hilfe
- Richtlinien zur Darstellung Ihres Unternehmens bei Google, Google Unternehmensprofil-Hilfe
- Spam policies for Google web search, Google Search Central
- Google image SEO best practices, Google Search Central
- SEO Starter Guide, Google Search Central
- Local Business (LocalBusiness) structured data, Google Search Central
- HomeAndConstructionBusiness, schema.org